
Wolfenstein – The Old Blood
Als Wolfenstein: The Old Blood Anfang März angekündigt wurde, hatten nur wenige mit einem Add-on zu The New Order gerechnet, noch weniger mit einem Standalone-Prequel. Tja, jetzt ist das Spiel bereits auf dem Markt und wir wollen uns das PC Game mal etwas genauer anschauen. Natürlich sind aus der deutschen Version wieder alle verfassungsfeindlichen Symbole und Aussagen verschwunden.
Anstelle von Hakenkreuzen und SS-Runen sind auf Kisten, Bannern und Uniformen das Wolfenstein-Symbol zu sehen und du kämpfst als B.J. Blazkowicz nicht gegen Nazis, sondern schlicht das Regime. Langsam gewöhnt man sich an diese Zensur und, das ist positiv zu erwähnen, ist das Spiel trotz der teilsheftigen gewalt ungekürzt ist.
Die Story von The Old Blood spielt vor den Ereignissen des Hauptspiels, ist aber nur lose mit den Geschehnissen von The New Order verbandelt. Du bist auf der Suche nach einer Regime-Akte, die nähere Infos zur Lage von General Totenkopfs Geheimbasis enthält. Diese Basis ist aus dem ersten Level des Hauptspiels bekannt. Die in zwei Teile und neun Kapitel unterteilte Story von The Old Blood steht auch für sich allein ganz gut.
Die ersten fünf Kapitel der Geschichte spielen in der Burg Wolfenstein. Speziell die Gondelfahrt hinauf nach Wolfenstein, vorbei an der malerischen Siedlung ist ist ein optisches Highlight. Der Kontrast zwischen der bedrohlichen Burg und den beschaulichen Dörfchen ist hervorragend gemacht – ein Pluspunkt an die Macher.
Mit Hilfe deines Partners Wesley kommst du in die Festung und lernst dort den sadistischen Rudi Jäger kennen, die rechte Hand der Burgherrin Helga von Schabbs. Es läuft jedoch nicht ganz nach Plan und schon bald musst du ohne die Akte wieder ins Tal flüchten. Um diese Akte geht es in den vier Kapiteln des zweiten Story-Teils nach. Du gelangst in das nahegelegene Wulfburg, wo von Schabbs eine archäologische Expedition durchführt. Wenn du mehr über die Ausgrabung erfahren willst, solltest du die Augen nach Tagebucheinträgen, Briefen und Notizzetteln offenhalten.
The Old Blood ist ernst, düster und sogar richtig beklemmend. Sicher, der ganz große Schrecken wie etwa in den KZ- oder Krankenhaus-Szenen von The New Order ist es zwar nicht, aber vor allem der Gefängnislevel direkt nach dem Prolog hat es in sich. Wie würdest du es finden, wenn du über einen Lüftungsschacht zuhören musst, wie ein Gefangener den Wachhunden zum Fraß vorgeworfen wird und dabei panisch um Hilfe schreit?
Ab Kapitel 7 schlägt das Spiel in eine etwas übernatürliche Richtung um. Ab und zu gibt es knackige One-Liner von B.J. oder witzig-skurrile Gags und lockern die düstere Stimmung auf. Achte mal auf die vielen Plakate – hier versteckt sich der ein oder andere wirklich gute Gag. Achte ein bißchen auf deine Umgebung und du kannst zahlreiche Easter Eggs, meist Anspielungen auf andere Bethesda-Games, finden.
In Sachen Spielgeschehen orientiert sich The Old Blood an The New Order. Kein Wunder, haben wir es doch hier mit einem Add-on zu tun. Trotzdem hätte man sich über ein paar Neuerungen mehr gefreut, denn das einzige wirklich neue Element sind die Kletterwände, die schon aus dem Trailer bekannt sind. Ansonsten gibt es ein paar neue Waffen und Gegnertypen, aber das war es dann auch schon.
Andere Gameplay-Bereiche wurden nicht abgerührt. Der Schwierigkeitsgrad steigt an einigen Stellen, meist aufgrund der vielen Gegner die sich einem entgegen stellen. Trotzdem ist es relativ einfach, eine ganze Basis voller feindlicher Soldaten ungesehen auseinanderzunehmen. Nebenbei sammelst du Healthpacks und Rüstungsteile ein, liest Zeitungsartikel und Tagebucheinträge, sammelst Briefe und Goldbarren oder begibt dich auf die Suche nach versteckten Levelbereichen und Secrets. Sicher, das ist abwechslungsreich und kurzweilig – aber eben auch nicht neu.
Fazit
Wenn du nach fast 7 Stunden noch nicht genug von The Old Blood hast, gibt es noch zehn Herausforderungen für dich – zehn Levelabschnitte mit besonders vielen Gegern aus der eigentlichen Kampagne. Dort musst du dein kämpferisches Können beweisen und deine Gegner möglichst schnell und effektiv erledigen. Zur Belohnung warten dann Bronze-, Silber- oder Gold-Auszeichnungen auf dich. Ganz schick, aber braucht es das wirklich?
Wirklich viele Neuerungen konnte man nicht erwarten. Die Gameplay-Formel ist bekannt, aber mit der Burg als tollem Schauplatz ist das Addon absolut gelungen. Insgesamt ist der Preis von nicht ganz 20 Euro völlig in Ordnung.
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